Juni

Uns fällt Juni im Herbst 2004 auf, weil sie spätnachmittags nach der Schule am Strand sitzt und mit Hilfe von zerfledderten Lehrmaterialien versucht, Englisch und Deutsch (!!) zu lernen. Ihr größter Wunsch sei es, zu einer weiterführenden Schule gehen zu dürfen, eine gute Arbeitsstelle zu finden und so ihre Familie zu unterstützen, sagt sie uns.

Juni (schwarzes Shirt) mit FreundInnen am Strand von Lovina

Wenn sie Touristen am Strand sieht, unterbricht sie das Lernen und versucht, Muschelketten zu verkaufen. Da sie damit nicht allein bleibt, ist der Erfolg zumeist sehr gering. Wie wir erfahren, ist Juni das Älteste von 3 Geschwistern einer bitterarmen Familie im Bergland oberhalb von Lovina. Unser erster Besuch bei ihren Eltern offenbart die große Not: 6 Personen lebten in einer strohgedeckten Holzhütte mit Lehmboden, ohne Strom und fließend Wasser. Der Empfang ist freundlich, aber zurückhaltend, die Skepsis der Eltern deutlich spürbar. Die Frage, in wieweit sie sich wirklich auf unsere Zusagen verlassen können steht im Raum.

Juni

Erst nach längerem Gespräch und eindringlicher Bitte Junis willigen die Eltern ein, dass sie weiterführende Schulen besuchen darf; wir versprechen, in den kommenden Jahren die Kosten dafür zu übernehmen. In den darauf folgenden Jahren beobachten wir mit großer Freude, wie Juni engagiert lernt und erfolgreich Junior und Senior Highschool (der Oberstufe eines Gymnasiums/einer Fachoberschule oder IGS vergleichbar) absolviert. Ihrem dann geäußerten Wunsch, einen 1jährigen Fachhochschulkurs mit Schwerpunkt Tourismus besuchen zu wollen, stimmen wir gerne zu.