Schule in Indonesien

Indonesien ist im asiatischen Vergleich in Sachen Bildung ein Entwicklungsland. Um die Jahrtausendwende waren rd. 20% der Mäd­chen und 10% der Jungen Analphabeten. In den Folgejahren hat die junge Demokratie auf dem Bildungssektor offenbar deutliche Fortschritte erzielt: 2015 waren offiziell nur noch 4% der Männer und 9% der Frauen Analphabeten (zum Vergleich: in Deutschland sind es lediglich 0,1% der Frauen und Männer). In den abgelegenen Dörfern auf den über 6000 bewohnten Inseln sieht es allerdings oft anders aus.  Zwar besteht eine 9-jährige Allgemeine Schulpflicht, aller­dings sind die Lehrkräfte in diesen Schulen häufig schlecht ausgebildet. Dazu kommt, dass Schulen vielfach weit entfernt liegen, weder (Schul)Busse noch Schulbesuch kostenlos sind und die Familien die Kosten dafür nicht aufbringen können.

40 Millionen Indonesier leben offiziell unterhalb der Armutsgrenze, haben also weniger als 1,90 US$/Tag zum Lebensunterhalt. Etwa ebenso viele liegen knapp oberhalb dieser Grenze. Laut WHO lebt etwa die Hälfte der ca. 270 Millionen Einwohner unterhalb der Armutsgrenze (weitere Informationen dazu in einem Bericht der ‘Zeit’).

Familien investieren deshalb häufig lediglich in die Ausbildung der erstgeborenen Söhne, damit diese in der Lage sind, eine Arbeitsstelle zu finden und die eigene Familie bzw. die Eltern im Alter zu versorgen (es gibt keine Sozialversicherung in Indonesien, Ausnahme Regierungsbeamte, Polizei und Militär). Viele Mädchen gehen schon nach 6 Jahren von der Schule ab und werden früh zum Heiraten gedrängt, damit sie die Familie verlassen, zum Ehemann ziehen – und damit den eigenen Haushalt entlasten.